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Projektmanagement

12 Fragen vor dem Start Ihres individuellen Softwareprojekts

Entdecken Sie 12 wichtige Fragen, die vor dem Start Ihrer individuellen Softwareentwicklung Ziele, Nutzeranforderungen, Budget und Erfolgskriterien klären.

Aktualisiert: 7 Min. Lesezeit 38 Aufrufe
12 Fragen vor dem Start Ihres individuellen Softwareprojekts

Mit individueller Softwareentwicklung schaffen Sie digitale Lösungen, die Ihrem Unternehmen genau die Funktionen bieten, die es benötigt, und sich nahtlos in Ihre bestehenden Prozesse einfügen. Der Erfolg eines Projekts hängt jedoch nicht allein von der eingesetzten Technologie oder der Kompetenz des Entwicklungsteams ab. Die richtigen Fragen zu stellen, bevor die Entwicklung beginnt, ist mindestens ebenso wichtig wie technische Entscheidungen.

Unklare Erwartungen, überflüssige Funktionen, unvorhersehbare Kosten und ein ständig wechselnder Projektumfang gehören zu den Hauptgründen für Zeit- und Budgetverluste bei individuellen Softwareprojekten. Werden dagegen Geschäftsziele, Anwendungsszenarien und messbare Erfolgskriterien von Anfang an definiert, verläuft der Entwicklungsprozess kontrollierter.

Welche Fragen sollten Sie also beantworten, bevor Sie ein individuelles Softwareprojekt starten?

1. Welches Geschäftsproblem soll die Software lösen?

Der erste Schritt besteht darin, nicht die zu entwickelnden Funktionen, sondern das Problem zu definieren, das gelöst werden soll.

Aussagen wie „Wir brauchen eine mobile App“ oder „Wir möchten unsere Prozesse digitalisieren“ sind ein guter Ausgangspunkt, für sich genommen aber nicht aussagekräftig genug. Die Auswirkungen des Problems auf den Arbeitsalltag sollten konkret dargestellt werden.

Zum Beispiel:

  • Binden wiederkehrende manuelle Tätigkeiten die Arbeitszeit der Mitarbeitenden?
  • Verzögert sich das Reporting, weil Daten in unterschiedlichen Systemen liegen?
  • Haben Kunden Schwierigkeiten, einen bestimmten Vorgang abzuschließen?
  • Unterstützt die bestehende Software den wachsenden Betrieb nicht mehr?
  • Führen fehlerhafte Dateneingaben zu finanziellen Verlusten?

Je klarer das Problem definiert ist, desto genauer lässt sich der geschäftliche Nutzen der zu entwickelnden Lösung bewerten.

2. Welchen Geschäftswert soll das Projekt liefern?

Jedes Softwareprojekt sollte für das Unternehmen ein bestimmtes Ergebnis erzielen. Dies kann eine Umsatzsteigerung, eine Kostensenkung, höhere operative Geschwindigkeit, mehr Kundenzufriedenheit oder eine geringere Fehlerquote sein.

Den erwarteten Nutzen Ihrer Investition in individuelle Softwareentwicklung können Sie anhand folgender Punkte bewerten:

  • Verkürzung der Prozessdauer
  • Steigerung der Mitarbeiterproduktivität
  • Senkung der Kosten für manuelle Tätigkeiten
  • Höhere Verkaufs- oder Conversion-Raten
  • Verbesserung der Customer Experience
  • Schnellere Entscheidungsprozesse
  • Aufbau eines neuen Services oder Erlösmodells

Wenn der erwartete Geschäftswert definiert ist, lässt sich leichter bestimmen, welche Funktionen wirklich notwendig sind.

3. Wer wird die Software nutzen?

Erfolgreiche Software funktioniert nicht nur technisch, sondern erfüllt die Bedürfnisse ihrer Nutzer. Deshalb sollte geklärt werden, wer die Zielgruppe ist und unter welchen Bedingungen die Software verwendet wird.

Nutzergruppen können Kunden, Mitarbeitende, Führungskräfte, Geschäftspartner oder Außendienstteams sein. Jede Gruppe hat andere Berechtigungen, technische Kenntnisse und Nutzungsgewohnheiten.

Für ein Team im Außendienst steht beispielsweise eine schnelle, mobilfreundliche Oberfläche im Vordergrund, während für Führungskräfte detaillierte Reporting-Ansichten wertvoller sein können. Die frühzeitige Definition von Nutzerprofilen verhindert überflüssige Funktionen und erhöht die Nutzungsrate.

4. Was sind die zentralen Anwendungsszenarien?

Anwendungsszenarien beschreiben, wie Nutzer ihre Ziele mit der Software erreichen. Anstatt den Projektumfang nur über eine Funktionsliste festzulegen, führt die Betrachtung realer Nutzerabläufe zu besseren Ergebnissen.

Ein Beispiel für ein Anwendungsszenario könnte so aussehen:

Nach einem Kundenbesuch erfasst der Vertriebsmitarbeiter die Gesprächsnotizen auf seinem mobilen Gerät. Das System erstellt automatisch eine Folgeaufgabe und aktualisiert die Berichtsansicht des Vertriebsleiters.

Anhand dieses Szenarios werden Anforderungen wie mobiler Zugriff, Kundenerfassung, Aufgabenverwaltung, Benachrichtigungen und Reporting in einem einzigen Arbeitsablauf sichtbar.

Wenn Sie zu Projektbeginn die am häufigsten genutzten Szenarien mit dem höchsten Geschäftswert bestimmen, können Sie die erste Version gezielt planen.

5. Anhand welcher Kennzahlen wird der Erfolg gemessen?

„Die Software ist fertiggestellt“ bedeutet nicht, dass das Projekt erfolgreich war. Erfolg sollte anhand zuvor festgelegter, messbarer Ergebnisse bewertet werden.

Folgende Kennzahlen können Sie beispielsweise verfolgen:

  • Dauer für den Abschluss eines Vorgangs
  • Anzahl manueller Vorgänge
  • Fehler- oder Retourenquote
  • Anzahl aktiver Nutzer
  • Abschlussquote der Nutzer bei einem Vorgang
  • Reaktionszeit auf Kundenanfragen
  • Kosten pro Vorgang
  • Verkaufs- oder Conversion-Rate

Ein Ziel könnte etwa sein, die Bearbeitungszeit einer Bestellung von 15 auf 5 Minuten zu senken. Ein solches Kriterium macht den Beitrag der Software zum Unternehmen greifbar und erleichtert die Bewertung des Return on Investment.

6. Welche Funktionen sollte die erste Version enthalten?

Einer der häufigsten Fehler bei individuellen Softwareprojekten ist der Versuch, alle Anforderungen in die erste Version zu packen. Das kann die Entwicklungszeit verlängern, die Kosten erhöhen und dazu führen, dass Nutzerfeedback erst spät eingeholt wird.

Stattdessen ist es sinnvoll, Funktionen in drei Gruppen einzuteilen:

  • Pflichtfunktionen für die erste Version
  • Funktionen, die in späteren Phasen ergänzt werden können
  • Funktionen, die nützlich erscheinen, deren Beitrag zum Geschäftswert aber noch nicht belegt ist

Mit dem Ansatz des Minimum Viable Product (MVP) lässt sich zunächst eine Version entwickeln, die das Kernproblem löst. Auf Grundlage der Daten echter Nutzer können neue Funktionen anschließend zuverlässiger geplant werden.

7. Ist eine Integration in bestehende Systeme erforderlich?

Es ist nicht immer möglich oder effizient, dass eine neue Software eigenständig arbeitet. Möglicherweise ist eine Integration mit Buchhaltungssoftware, ERP, CRM, Zahlungsinfrastruktur, E-Commerce-System, Versanddienstleistern oder unternehmensinternen Datenbanken notwendig.

Vor Projektbeginn sollten folgende Punkte geprüft werden:

  • Technische Möglichkeiten der anzubindenden Systeme
  • Ob eine API oder Unterstützung für den Datenaustausch vorhanden ist
  • Datenformate und Aktualisierungshäufigkeit
  • Autorisierungsverfahren
  • Nutzungsgebühren von Drittanbieterdiensten
  • Wie sich das System bei möglichen Ausfällen verhält

Werden Integrationen zu spät erkannt, können sich Zeitplan und Kosten des Projekts erheblich verändern. Deshalb sollten sie unbedingt in der technischen Analysephase berücksichtigt werden.

8. Welche Daten werden verarbeitet und wie werden sie geschützt?

Bei der individuellen Softwareentwicklung ist Datensicherheit kein nachträglich hinzugefügtes Feature, sondern ein grundlegender Bestandteil des Designs.

Verarbeitet die Software personenbezogene Daten, Kundeninformationen, Finanzdaten oder geschäftlich sensible Informationen, müssen Zugriffs- und Speicherrichtlinien klar festgelegt werden.

Folgende Fragen sollten beantwortet werden:

  • Welche Daten werden erhoben?
  • Wo werden die Daten gespeichert?
  • Wer erhält Zugriff auf welche Informationen?
  • Werden Zugriffe protokolliert?
  • Wie laufen Backup- und Wiederherstellungsprozesse ab?
  • Wann werden nicht mehr benötigte Daten gelöscht?
  • Welche Maßnahmen sind im Rahmen des KVKK und der einschlägigen Vorschriften erforderlich?

Wenn Sicherheitsanforderungen von Beginn an festgelegt werden, verringern sich sowohl technische Risiken als auch spätere Zusatzkosten.

9. Umfasst das Budget nur die Entwicklungskosten?

Die Kosten für individuelle Software bestehen nicht nur aus dem Budget für die Programmierung. Analyse, Design, Tests, Infrastruktur, Wartung und Drittanbieterdienste gehören ebenfalls zu den Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership).

Bei der Budgetplanung sollten folgende Posten berücksichtigt werden:

  • Geschäftsanalyse und technische Planung
  • User-Experience- und Oberflächendesign
  • Softwareentwicklung
  • Tests und Qualitätssicherung
  • Server- und Cloud-Dienste
  • Domain-, Lizenz- und Drittanbietergebühren
  • Datenübernahme und Integration
  • Wartung, Support und Updates
  • Nutzerschulung

So richten Sie den Blick nicht nur auf die Kosten der Erstlieferung, sondern auf den gesamten Lebenszyklus der Software.

10. Nach welchen geschäftlichen Prioritäten richtet sich der Projektzeitplan?

Das Enddatum eines Projekts ist wichtig, doch noch wichtiger ist, warum der Zeitplan gerade auf dieses Datum ausgerichtet wird. Eine Kampagne, ein Saisonbeginn, eine Gesetzesänderung oder ein operativer Bedarf können den Liefertermin beeinflussen.

In einem realistischen Projektplan sollte für jede der Phasen Analyse, Design, Entwicklung, Test, Nutzerabnahme und Go-live ausreichend Zeit eingeplant werden. Außerdem sollten Entscheidungsprozesse, Inhaltsvorbereitungen und Freigaben auf Kundenseite im Zeitplan berücksichtigt werden.

Bei einem sehr engen Liefertermin kann es sinnvoller sein, statt alle Funktionen gleichzeitig fertigzustellen, schrittweise mit den besonders wertvollen Funktionen live zu gehen.

11. Wer trifft während des Projekts die Entscheidungen?

Bei der individuellen Softwareentwicklung spielen neben dem technischen Team auch die Projektverantwortlichen auf Kundenseite eine entscheidende Rolle. Haben mehrere Stakeholder unterschiedliche Erwartungen, kann dies zu verzögerten Entscheidungen oder einem ständig wechselnden Projektumfang führen.

Deshalb sollten folgende Rollen im Voraus festgelegt werden:

  • Projektverantwortlicher, der die geschäftlichen Anforderungen vermittelt
  • Person, die über Umfang und Prioritäten entscheidet
  • Ansprechpartner für technische Fragen
  • Stakeholder, die Design und Arbeitsabläufe freigeben
  • Personen, die die Nutzerabnahmetests durchführen

Ein klarer Entscheidungsmechanismus verringert Kommunikationsbrüche und erhält das Projekttempo.

12. Wie wird die Software nach dem Go-live weiterentwickelt?

Der Go-live der Software ist nicht das Ende des Projekts, sondern der Beginn einer neuen Phase, in der das Produkt auf echte Nutzer trifft. Auf Grundlage von Nutzungsdaten und Feedback kann es nötig sein, das System zu aktualisieren.

Der Plan für die Zeit nach dem Go-live sollte folgende Themen umfassen:

  • Technische Wartung und Sicherheitsupdates
  • Fehlerverfolgung und Support-Prozesse
  • Performance-Monitoring
  • Erfassung von Nutzerfeedback
  • Priorisierung neuer Funktionen
  • Skalierung entsprechend wachsender Nutzer- und Datenmengen
  • Regelmäßige Backups und Disaster-Recovery-Tests

Ein nachhaltiger Ansatz in der Produktentwicklung hilft der Software, sich an veränderte geschäftliche Anforderungen anzupassen und den Wert der Investition langfristig zu erhalten.

Die richtigen Fragen für ein besser planbares Softwareprojekt

Ein erfolgreiches individuelles Softwareprojekt entsteht nicht allein durch guten Code, sondern dadurch, dass das richtige Problem mit dem richtigen Umfang gelöst wird. Wenn Nutzerbedürfnisse, Geschäftswert, Kosten und Erfolgskriterien zu Beginn geklärt sind, wird das Projekt transparenter und besser steuerbar.

Die Antworten auf diese 12 Fragen bilden die Grundlage der Anforderungsanalyse, schaffen ein gemeinsames Verständnis mit dem Entwicklungsteam und helfen dabei, das Budget auf Funktionen zu lenken, die tatsächlich Mehrwert schaffen.

CodeStup analysiert die bestehenden Prozesse und Ziele Ihres Unternehmens und entwickelt individuelle Softwarelösungen, die zu Ihrem Bedarf passen – sicher und skalierbar.

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Häufig gestellte Fragen

Was ist individuelle Softwareentwicklung?

Individuelle Softwareentwicklung bedeutet, dass für die spezifischen Anforderungen und Prozesse eines Unternehmens eine Softwarelösung von Grund auf oder auf Basis bestehender Systeme erstellt wird. Anders als bei Standardsoftware werden Funktionen, Integrationen und Nutzererlebnis an den Zielen des Unternehmens ausgerichtet.

Wie lange dauert individuelle Softwareentwicklung?

Die Projektdauer hängt von Umfang, Integrationen, Nutzerrollen und technischen Anforderungen ab. Während ein MVP mit Grundfunktionen in kürzerer Zeit umgesetzt werden kann, lassen sich Projekte mit zahlreichen Modulen und Integrationen schrittweise entwickeln.

Wie werden die Kosten für individuelle Software bestimmt?

Die Kosten werden anhand von Faktoren wie Geschäftsanalyse, Design, Funktionsumfang, technischer Komplexität, Integrationen, Sicherheitsanforderungen, Infrastruktur und Wartungsbedarf berechnet. Für eine belastbare Schätzung müssen zunächst die Anwendungsszenarien und der Projektumfang geklärt werden.

Sollte man Standardsoftware oder individuelle Software wählen?

Für Standardanforderungen kann Standardsoftware schneller und wirtschaftlicher sein. Wenn jedoch unternehmensspezifische Prozesse, umfangreiche Integrationen, hohe Skalierbarkeit oder Funktionen mit Wettbewerbsvorteil gefragt sind, kann individuelle Software die geeignetere Option sein.

Ist vor dem Start eines individuellen Softwareprojekts ein technisches Dokument erforderlich?

Ein fertiges technisches Dokument ist nicht zwingend erforderlich. Ein erfahrenes Softwareteam kann Geschäftsziele und Anwendungsszenarien analysieren und die Anforderungen in einen technischen Umfang überführen. Wenn Sie bestehende Prozesse, Probleme und erwartete Ergebnisse klar darlegen, beschleunigt dies jedoch die Planung.

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