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Was sind UI und UX? Unterschiede und UI/UX-Design erklärt

Was sind UI und UX und worin unterscheiden sie sich? Ein umfassender Leitfaden mit Beispielen, UI/UX-Designprozess, Grundprinzipien, Tools und typischen Fehlern.

Aktualisiert: 8 Min. Lesezeit 101 Aufrufe
Was sind UI und UX? Unterschiede und UI/UX-Design erklärt

Sie rufen eine Website auf. Die Farben harmonieren, die Bilder fallen auf und das Design wirkt sehr modern. Doch Sie finden die gesuchte Leistung nicht und beim Ausfüllen des Kontaktformulars erscheint eine Fehlermeldung. Obwohl die Seite optisch überzeugt, erfüllt sie in der Nutzung Ihre Erwartungen nicht.

Dieses Beispiel eignet sich gut, um den Unterschied zwischen UI und UX zu verstehen. UI konzentriert sich auf die Gestaltung der Oberfläche, mit der Nutzer interagieren; UX auf das gesamte Erlebnis mit dem Produkt. UI-UX-Design betrachtet beide Bereiche gemeinsam, damit digitale Produkte verständlich, benutzbar und konsistent sind.

In diesem Leitfaden betrachten wir die Begriffe UI und UX, ihre Unterschiede und ihr Zusammenspiel in einem Designprozess.

Was ist UI?

UI ist die Abkürzung für User Interface. Auf Deutsch bedeutet das Benutzeroberfläche. Sie umfasst alle Elemente, die Nutzer auf Websites, in mobilen Apps und in Software sehen und mit denen sie interagieren.

Zu den wichtigsten Bestandteilen des UI-Designs gehören:

  • Farbpalette und Schriftarten
  • Buttons, Icons und Menüs
  • Formularfelder und Auswahlfelder
  • Seitenlayout, Abstände und visuelle Hierarchie
  • Darstellung von Lade-, Erfolgs- und Fehlerzuständen
  • Oberflächen, die sich an unterschiedliche Bildschirmgrößen anpassen

In einer Terminbuchungs-App gehören beispielsweise ein leicht erkennbarer Button „Termin erstellen“, gut lesbare Datumsoptionen und die deutliche Hervorhebung der gewählten Uhrzeit zum UI-Design.

Ein gutes UI-Design sieht nicht nur ästhetisch aus; es zeigt auch klar, was Nutzer tun können und was nach ihrer Aktion geschieht.

Was ist UX?

UX ist die Abkürzung für User Experience. Auf Deutsch bedeutet das Nutzererlebnis (Benutzererfahrung). Gemeint ist das Erlebnis, das Nutzer bei der Interaktion mit einem Produkt oder einer Dienstleistung haben.

UX-Design zielt darauf ab, die Bedürfnisse der Nutzer zu verstehen und Hindernisse abzubauen, die das Erreichen ihrer Ziele erschweren. Das Arbeitsfeld ist daher weiter gefasst als die Elemente, die auf dem Bildschirm sichtbar sind.

Im UX-Prozess werden unter anderem folgende Fragen beantwortet:

  • Warum nutzt der Nutzer dieses Produkt?
  • Welche Aufgabe möchte er erledigen?
  • Findet er die gesuchte Information leicht?
  • An welchen Stellen tut er sich schwer oder bricht den Vorgang ab?
  • Versteht er nach einem Fehler, wie es weitergeht?

Zurück zum Beispiel der Terminbuchungs-App: Unnötige Bildschirme auf dem Weg zu freien Terminen, die wiederholte Eingabe derselben Daten oder fehlende Möglichkeiten, einen Termin zu stornieren, beeinträchtigen das Nutzererlebnis.

Ziel des UX-Designs ist es, solche Probleme zu erforschen und einen Ablauf zu schaffen, in dem Nutzer ihre Aufgaben bequemer erledigen können.

Was sind die Unterschiede zwischen UI und UX?

UI und UX ergänzen sich, lösen aber nicht dieselben Fragen. Während UI sich eher mit der Darstellung der Oberfläche und den Interaktionselementen befasst, betrachtet UX das gesamte Erlebnis.

VergleichUI-DesignUX-Design
HauptfokusAussehen, Konsistenz und Interaktionszustände der OberflächeBedürfnisse der Nutzer und der Weg zum Ziel
Leitfrage„Wie soll diese Oberfläche aussehen und sich verhalten?“„Wie erreicht der Nutzer sein Ziel?“
ArbeitsbereicheFarbe, Typografie, Komponenten, visuelle HierarchieRecherche, Informationsarchitektur, User Flows, Usability
Typische ErgebnisseOberflächen-Screens, Komponentenbibliothek, visuelle RichtlinienUser Flows, Wireframes, Testergebnisse
BeispielentscheidungIn welcher visuellen Form ein Formularfehler angezeigt wirdWelche Angaben im Formular in welcher Reihenfolge abgefragt werden

Diese Unterscheidung bedeutet nicht, dass es zwischen den Teams klare Grenzen gibt. Ob eine Fehlermeldung verständlich ist, betrifft beispielsweise sowohl die Darstellung der Oberfläche als auch das Nutzererlebnis. In manchen Teams übernimmt dieselbe Designerin oder derselbe Designer sowohl UI- als auch UX-Aufgaben.

Ist UI oder UX wichtiger?

Für ein erfolgreiches digitales Produkt sind beide notwendig. Selbst ein gut durchdachter Nutzerfluss kann durch unlesbare Texte und unklare Buttons schwer benutzbar werden. Ebenso kann eine beeindruckende Oberfläche unnötige Arbeitsschritte oder fehlende Informationen nicht allein ausgleichen.

Deshalb sollten UI- und UX-Entscheidungen gemeinsam bewertet werden.

UI und UX an Beispielen

Anhand von drei Beispielen sehen Sie, welche Fragen UI und UX auf demselben Bildschirm jeweils lösen:

SzenarioUI-EntscheidungUX-Entscheidung
Checkout-Seite im E-CommerceFarbe, Größe und Position des Buttons „Bestellung abschließen“Kauf ohne Registrierung anbieten, Bezahlschritte von drei auf einen reduzieren
Registrierung in einer mobilen AppDarstellung von Formularfeldern, Icons und FehlermeldungenFür die Registrierung nur die E-Mail-Adresse abfragen, weitere Angaben erst bei Bedarf erfragen
Unternehmens-DashboardTabellenlayout, Filterkomponenten und StatusfarbenDie häufigsten Aktionen auf den Startbildschirm legen, Massenaktionen ermöglichen

Die Entscheidungen beider Seiten beeinflussen sich gegenseitig: Ein richtig gestalteter Ablauf wird durch einen unverständlichen Button geschwächt; und ein schöner Button kann unnötige Schritte nicht beseitigen.

Wie funktioniert UI-UX-Design?

UI-UX-Design ist keine einmalige Arbeit, bei der lediglich Bildschirme gezeichnet werden. Es ist ein Prozess, in dem Recherche, Gestaltung, Tests und Optimierung ineinandergreifen.

1. Nutzerbedürfnisse und Geschäftsziele festlegen

Zunächst wird geklärt, für wen das Produkt entwickelt wird und welches Problem es lösen soll. Nutzerinterviews, bestehende Support-Anfragen und Nutzungsdaten können in dieser Phase als Orientierung dienen.

Auf einer Dienstleistungswebsite kann das Ziel des Unternehmens beispielsweise sein, mehr Anfragen zu erhalten. Das Bedürfnis des Nutzers besteht dagegen darin, vor der Anfrage Umfang und Ablauf der Leistung zu verstehen und zu prüfen, ob sie zu ihm passt. Das Design muss beide Bedürfnisse zusammen berücksichtigen.

2. Informationsarchitektur und User Flows erstellen

Es wird geplant, wie Inhalte gruppiert, Menüs strukturiert und in welchen Schritten Nutzer eine Aufgabe abschließen.

Bei einer Angebotsanfrage kann der Nutzer zunächst die Leistungsdetails ansehen, danach Referenzprojekte prüfen und zuletzt das Formular ausfüllen. Ziel ist, dass dieser Weg klar und verständlich ist.

3. Wireframe und Prototyp erstellen

Ein Wireframe ist ein schlichter Entwurf, der die Grundstruktur des Bildschirms zeigt. Er dient dazu, die Anordnung von Inhalten und Funktionen zu bewerten.

Ein Prototyp ist dagegen ein Modell, mit dem sich Übergänge und Interaktionen zwischen Bildschirmen erleben lassen. Er hilft dabei, den Ablauf zu testen, bevor das Produkt entwickelt wird.

4. Visuelle Oberfläche gestalten

In dieser Phase werden Farben, Typografie, Icons, Komponenten und Bildschirmlayouts ausgearbeitet. Markenidentität und Usability werden gemeinsam betrachtet.

Anpassung an mobile Bildschirme, gut lesbare Texte, ausreichender Farbkontrast und verständliche Interaktionszustände sind zentrale Bestandteile des Designs.

5. Usability-Tests durchführen

Teilnehmende, die die Zielgruppe repräsentieren, erhalten bestimmte Aufgaben. Das Designteam beobachtet, wo Nutzer zögern und an welchen Stellen sie Hilfe benötigen.

Es geht nicht allein darum, ob das Design gefällt. Entscheidend ist, ob der Nutzer die Aufgabe abschließen kann.

6. Nach der Entwicklung messen und optimieren

Damit das Design korrekt umgesetzt wird, arbeitet man eng mit dem Entwicklungsteam zusammen. Nach dem Livegang lassen sich Kennzahlen wie Aufgabenabschlussquote, Formularabbruchrate, Fehlerhäufigkeit und Nutzerfeedback auswerten.

Welche Kennzahl wichtig ist, sollte sich nach dem Ziel des Produkts und des jeweiligen Ablaufs richten.

Grundprinzipien eines guten UI/UX-Designs

Unabhängig vom Produkt beruhen Oberflächen, die Nutzer leicht verstehen, auf einigen gemeinsamen Prinzipien:

  • Konsistenz: Buttons, Icons und Begriffe mit derselben Funktion werden auf allen Bildschirmen gleich verwendet.
  • Visuelle Hierarchie: Die wichtigsten Informationen und Aktionen werden durch Größe, Farbe und Position hervorgehoben.
  • Feedback: Führt der Nutzer eine Aktion aus, zeigt das System das Ergebnis klar an; Zustände wie „Wird geladen“, „Gespeichert“ oder Fehler bleiben nicht unklar.
  • Fehlervermeidung: Ungültige Auswahlen werden von vornherein verhindert, für nicht umkehrbare Aktionen wird eine Bestätigung verlangt.
  • Barrierefreiheit: Ausreichender Kontrast zwischen Text und Hintergrund (laut WCAG mindestens 4.5:1 bei normalem Text), Bedienbarkeit per Tastatur und Unterstützung für Screenreader.
  • Mobile First: Touch-Flächen sind so groß gestaltet, dass sie sich bequem mit dem Finger treffen lassen, und Inhalte bleiben auch auf kleinen Bildschirmen lesbar.

Tools für das UI/UX-Design

Für jede Phase des Designprozesses gibt es verbreitete Tools:

PhaseVerbreitete Tools
Recherche und IdeenfindungMiro, FigJam, Nutzerinterviews und Umfragen
Wireframe, Oberfläche und PrototypFigma, Sketch, Penpot
Usability-TestMaze, Useberry, Testsitzungen vor Ort oder remote
Messung nach dem LivegangGoogle Analytics, Microsoft Clarity, Hotjar

Die Wahl des Tools bestimmt die Qualität des Designs nicht allein; den eigentlichen Unterschied machen das richtige Verständnis der Nutzerbedürfnisse und das Testen der Designentscheidungen.

Was bringt UI-UX-Design Unternehmen?

Ein Design, das auf den Bedürfnissen der Nutzer beruht, kann dazu beitragen, dass ein digitales Produkt leichter verstanden und genutzt wird. Für Unternehmen kann es in folgenden Bereichen Mehrwert schaffen:

  • Verständlichere Darstellung der Leistungen: Nutzer können leichter beurteilen, ob die angebotene Lösung zu ihnen passt.
  • Weniger Bedienfehler: Klare Hinweise und passendes Feedback können den Abschluss von Vorgängen erleichtern.
  • Effizientere Entwicklung: Werden Probleme bereits in der Prototyp-Phase erkannt, lassen sich umfangreiche Änderungen im Nachhinein reduzieren.
  • Konsistenteres Markenerlebnis: Über alle Bildschirme hinweg kann eine gemeinsame Designsprache entstehen.
  • Bessere Conversion-Prozesse: Unnötige Hürden im Anfrage- oder Kaufprozess lassen sich abbauen.

Diese Effekte zeigen sich nicht in jedem Projekt im gleichen Maß. Die Ergebnisse hängen von Faktoren ab wie dem Nutzen des Produkts, der technischen Performance, der Qualität der Inhalte und der Validierung der Verbesserungen mit den Nutzern.

Häufige Fehler im UI-UX-Design

Wer Designentscheidungen nur auf persönlichen Geschmack stützt, übersieht leicht die Bedürfnisse der Nutzer. Ebenso kann es zu denselben Problemen führen, die Oberfläche eines anderen Produkts zu kopieren, ohne die eigene Zielgruppe zu berücksichtigen.

Weitere häufige Fehler sind:

  • Die mobile Nutzung erst in der letzten Phase des Designs zu berücksichtigen
  • In Formularen unnötige Angaben abzufragen
  • Icons zu verwenden, ohne ihre Bedeutung zu erklären
  • Fehler-, Leer- und Ladezustände nicht zu gestalten
  • Barrierefreiheit nur auf die Farbwahl zu beschränken
  • Nutzerfeedback nach dem Livegang nicht zu verfolgen

Um diese Probleme zu verringern, sollten Designentscheidungen durch Beobachtung, Recherche und Testergebnisse gestützt werden.

Häufig gestellte Fragen

Sind UI und UX dasselbe?

Nein. UI konzentriert sich auf die Gestaltung der Oberfläche, mit der Nutzer interagieren. UX umfasst das gesamte Erlebnis, das Nutzer mit dem Produkt haben. Das Oberflächendesign ist ein wichtiger Teil dieses Erlebnisses.

Wird UI-UX-Design nur für Websites gemacht?

Nein. Es wird auch für mobile Apps, Admin-Dashboards, Unternehmenssoftware, Kioske und andere interaktive digitale Produkte eingesetzt.

Muss man für UI-UX-Design programmieren können?

Programmierkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich. Wer technische Möglichkeiten und Grenzen versteht, kann jedoch umsetzbare Designs entwickeln und effektiver mit dem Entwicklungsteam zusammenarbeiten.

Lässt sich das Nutzererlebnis eines bestehenden Produkts verbessern?

Ja. Mit Nutzerfeedback, Nutzungsdaten und Usability-Tests lassen sich Problemstellen identifizieren. Verbesserungen für vorrangige Probleme können umgesetzt und ihre Ergebnisse gemessen werden; ein komplettes Redesign des Produkts ist nicht immer nötig.

Was macht ein UI/UX-Designer?

Er recherchiert Nutzerbedürfnisse, plant User Flows und Informationsarchitektur, erstellt Wireframes und Prototypen, gestaltet die Oberfläche und verbessert das Design mit Usability-Tests. In Zusammenarbeit mit dem Entwicklungsteam begleitet er die korrekte Umsetzung des Designs.

Welche Programme werden im UI/UX-Design verwendet?

Für Oberfläche und Prototyp ist Figma das verbreitetste Tool; auch Sketch und Penpot kommen zum Einsatz. Für die Recherche werden Miro oder FigJam genutzt, für die Verhaltensanalyse nach dem Livegang Tools wie Google Analytics und Microsoft Clarity.

Warum ist UI/UX bei mobilen Apps besonders wichtig?

Der Bildschirm ist klein, und Nutzer sind meist einhändig und unterwegs. Deshalb wirken sich Touch-Flächen, kurze Formulare und Abläufe mit wenigen Schritten auf mobilen Geräten unmittelbar auf die Conversion aus.

Legen Sie den nächsten Schritt für Ihr digitales Produkt fest

Wer eine neue Website oder App entwickelt, schafft eine solidere Grundlage für Designentscheidungen, indem er die Bedürfnisse der Nutzer frühzeitig versteht. Bei einem bestehenden Produkt zeigt die Identifizierung der Stellen, an denen Nutzer Schwierigkeiten haben, wo die Optimierung ansetzen sollte.

Welche Rolle das Design im Entwicklungsprozess spielt, können Sie in unserem Beitrag zum Ablauf der Webanwendungsentwicklung nachlesen. Für Ihre Web- und Mobilprojekte lernen Sie unsere UI/UX-Design-Leistungen sowie unsere Lösungen für die Webanwendungsentwicklung und die Entwicklung mobiler Apps kennen.

Vereinbaren Sie für Ihren UI/UX-Design-Bedarf ein kostenloses Erstgespräch mit den CodeStup-Experten.

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